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Aprilmarkt ohne Schwung
Während zum Monatsbeginn einige Verbraucher noch deutliche Preissenkungen ins Auge gefasst hatten, zeigten die Verhandlungen schnell, dass diese Einkaufsvariante im April wenig tragfähig sein würde. Bei den Abschlüssen vor dem Osterfest einigten sich die Vertragspartner dann zügig auf unveränderte Preise, während es bei den Verträgen, die nach den Feiertagen abgeschlossen wurden, zum Abbau von Preisspitzen und leichten Korrekturen nach unten kam. Der Bedarf der Werke wurde vom Handel gegenüber dem Vormonat als gleichbleibend eingeschätzt. In einigen Regionen belebte sich die seit Monaten schwache Nachfrage nach Neuschrotten, was unter anderem der mangelnden Preisdifferenz zu den entsprechenden Altschrottsorten geschuldet war.
Der Handel meldete, dass die Preisreduzierungen der Abnehmer im Einkauf nur schwer weitergegeben werden konnten. Insgesamt entsprach der Schrottzulauf zu den Lagern weder bei den Alt- noch bei den Neuschrotten den Erwartungen und vor allen Dingen nicht den für diese Jahreszeit vorliegenden Erfahrungen des Handels. Bei dieser Einschätzung darf sicherlich nicht die in Deutschland hohe Dichte der Aufbereitungsaggregate außer Betracht gelassen werden, die sich seit dem vergangenen Jahr nochmals sowohl im In- als auch im benachbarten Ausland erhöht hat. Außerdem verzerrt der innerhalb der Branche schärfer werdende Wettbewerb das Bild sicherlich ein wenig. Dennoch bezeichnet der Handel das Aufkommen als überschaubar und verbindet mit dem Wonnemonat Mai die Hoffnung auf einen erhöhten Lagerzulauf. Die Auslastung bei den Baustahlherstellern ist recht unterschiedlich und damit auch der Schrottbedarf. Neben Preiszugeständnissen reagierte beispielsweise ein großer Schrottverbraucher mit einem in Deutschland verminderten Schrottzukauf in Höhe von 20 Prozent, während er in Frankreich die Einkaufsmengen sogar um 50 Prozent kürzte.
Nachbarländer
Die Verbraucher in Frankreich und Benelux haben ihre Einkaufspreise ebenfalls weitestgehend unverändert gelassen. Ebenso verhielten sich die Schrottabnehmer in der Schweiz, die auch in diesem Monat wenig Bedarf an deutschem Schrott hatten. Je nach Werk kauften die italienischen Stahlwerke den Schrott zu unveränderten bis leicht schwächeren Preisen ein, wobei der Bedarf insgesamt in etwa dem Vormonatsniveau entsprach. Zwischenzeitlich hatten gute Absatzmöglichkeiten der Betonstahlhersteller zu einer erhöhten Nachfrage geführt. In Italien wird, bedingt durch drei Feiertage vom 25. April bis 2. Mai, die Industrieproduktion stark zurückgefahren. Noch am Monatsanfang hatten die Elektrostahlwerke geplant, die während dieser Zeit günstigen Stromtarife für eine durchgehende Produktion zu nutzen. Bei Redaktionsschluss war unklar, ob die Produktion nicht vielleicht doch während dieser Zeit komplett ruht. Die polnischen Werke senkten mangels Bedarf die Schrotteinkaufspreise um rund 12,50 Euro pro Tonne, wodurch beim polnischen Handel das Verkaufsinteresse Richtung Deutschland stieg. Aus Tschechien wurden weitgehend unveränderte Preise gemeldet, während die spanischen Werke die Preise um 5 bis 10 Euro pro Tonne reduzierten. Allerdings stießen sie damit auf kein Verkaufsinteresse bei den Exporteuren ...
Redaktionsschluss 19.04.2012, von BG-J/bvse
Den kompletten Schrottmarktbericht sowie die Marktberichte zu Altglas, Altpapier und Kunststoff lesen Sie in der aktuellen EU-Recycling Ausgabe.
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